Tagebucheintrag von Hermann Bremer

Mai, 1945: Das war vielleicht knapp, Lammers hätte mich beinahe erwischt. Ja, die Angst war groß, als ich mich in der Kammer versteckt hielt. Lammers suchte nach mir und das wusste ich genau. Dieser Kerl machte mich jede Sekunde, mit jedem Schritt den er näher kam wahnsinnig und mein Herz sprang wie verrückt. Ich hörte nicht viel, aber ich wusste, dass Lena ihn sicherlich ablenken würde. Als Er sich von mir abwandte und in Richtung Küche ging, was ich durchs Schlüsselloch sah, war ich sehr erleichtert. Doch es dauerte nicht lange und meine Erleichterung verwandelte sich zurück in Panik. Ich sah seine Militärkleidung, seine Gasmaske und seine Stiefel immer näher auf mich zukommen. Ich musste mich zusammenreißen und tief Luft holen. Endlich kehrte Lammers wieder um und unterhielt sich anscheinend noch mit Lena, aber worüber sie sprachen, verstand ich nicht komplett. Nur einige Wörter, die ich hörte enttäuschten mich und ließen mich zweifeln. Ich wusste, dass ich Fahnenflucht begangen habe, aber ich frage mich, ob Lena mir was verschwiegen hat...

19.12.15 12:43

Letzte Einträge: Die Entdeckung der Currywurst (Novelle), Charakterisierung, Beziehung zwischen Lena und dem Ich-Erzähler, Biographie der Lena Brücker

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